where curators exhibitions

PREDIGERGASSE 3, ZÜRICH

since 2021 by irma&pino

MANIFEST

Auf dem Thron des gewonnen Elitismus, mit einer gewaltigen Dosis des pathetischen Autismus, beginnt das Sterben an Langeweile. Homo Faber, tief in Gedanken versunken, sitzt wie bei Rodin, ernst, entfremdet und versucht sich zu erinnern wo der 'Kick' geblieben ist Radovan Hirsl

Was sind Unorte? Es sind Flecken, die unsere Gesellschaft nicht oder kaum wahrnimmt. Weil sie als unschön, unspektakulär und unwichtig gelten. Sie befinden sich oft in einem Dazwischen und sind somit nicht klar definierbar. Für uns sind diese Unorte jedoch keineswegs nichtig. Weil genau an diesen Flecken etwas passiert oder entsteht, welches nur in einem Dazwischen zustande kommen kann. Wir verstehen diese Lokalitäten nicht durch Mangel, sondern durch ihre Differenz zum Gewöhnlichen.

In diesem Dazwischen zerfallen die uns gewohnten Systeme, dabei formt sich aus den Resten ein neuer, fruchtbarer Humus. Ein geordnetes Chaos, wobei sich die Ordnung durch das spontane Erfassen neuer Spielregeln versteht. Diese Regeln sind für uns. In der Welt unseres Spiels, an unseren Unorten haben die Gesetze und die Gebräuche des Gewöhnlichen keine Geltung.

Wir sind und wir machen es anders.

Fragt mich nicht wer ich bin und fordert mich nicht auf derselbe zu bleiben: überlasst es den Bürokraten und den Polizisten, unsere Papiere zu kontrollieren. Michel Foucault

OPEN:

MITTWOCH 17 - 20 UHR
SAMSTAG 15 - 18 UHR
ODER NACH VEREINBAHRUNG

CURATORS

Ich kann von mir behaupten, dass ich während meiner Kindheit viel gereist bin, jedoch nicht auf herkömmliche Weise, wie zum Beispiel Kindern von Diplomaten. Ich bin gereist in der Küche vom Erismannhof 10, 8004 Zürich. Da meine Eltern Künstler mit Migrationshintergrund (Serbien/Belgrad) waren, hatten wir Besuch von verschiedensten Personen, die alle mit verschiedensten Geschichten in unsere Küche kamen. Als Kind sass ich da und hörte zu und bekam dadurch Einblick in allerlei Welten, was meine Welt oder das Verständnis meiner Welt weitete.

Ich bin weder Idealistin noch Pessimistin. Ich bin überzeugt, dass in der Kunst immer wieder Innovatives und Positives entsteht und obwohl sie teils nicht greifbar ist, sehe ich mich dort als Realistin. Aufgezogen von zwei Künstlern, weiss ich, wie hart die Existenz in unserer Gesellschaft, die nach Sicherheit und Beständigkeit strebt, ist und wie man sie zu meistern vermag. Ich träume viel: Nachts im Schlaf – tagsüber im wachen Zustand in den verschiedensten Lebenssituationen. Diese Träume sind Ideale und Ambitionen, die man braucht, um als Künstschaffende in dieser Welt bestehen zu können.

Sechs Jahre arbeitete ich im ALPTRAUMTHEATER als Schauspielerin. Ein Avantgarde-Theater, das die schweizerische Besetzerszenen bewegte und ohne Subventionen auskam. Dort genoss ich meine Erstausbildung bei Regisseurin Mariom Speck und Tänzerin & Choreographin Florence Monkewitz. Leider verstarb Mariom 2013 – und die Truppe löste sich auf. Da realisierte ich, dass ich mich nie als ausgebildete Künstlerin definieren werde. Deshalb bewarb ich mich für das Studium an der ZHdK, das ich mit exzellenter Auszeichnung abgeschlossen habe. Ich kreierte nicht nur in der und für die Schule, sondern kuratierte berufsbegleitend, wie ich es heute noch tue. Nach dem Tod meines Vaters, übrnahm ich das grosse Unterfangen mich um das Kunsterbe meiner Eltern zu kümmern. Ich restauriere und stelle die Skultpuren meines Vaters fertig und habe mittlerweile die Dokumentation ihrer Werke fast fertiggestellt. Woraus ein Buch enstehen sollte. Gestrandet bei der Performance Art, dem Video und dem Kuratieren, weil mich die Interaktion mit dem Publikum fasziniert, integriere ich das Alltägliche, um den wichtigen Unterhaltungswert festzuhalten und nicht nur Menschen aus der Kunstwelt zu begeistern. Ich habe mich bislang eher in der Subkultur positioniert – statt – in der institutionellen Kunstwelt, in der es mir teils an Emotionen und Humor fehlte und somit Freiheit und Spiel verloren gingen. Dabei...

Kunst ist ein grenzenloser Spielplatz!

04.06.1989 geboren in einer Komune die an der Grenze zu Zofingen (AG) eine stillgelegte Holz-Fabrik behauste.

Meine Eltern arbeiteten mit Videotechnik vor allem für Kunst und Kultur, dabei nahmen sie mich schon früh mit in die Namhafte Welt der Künstler und Denker rund um den Globus.

Ich entwickelte schnell eine Leidenschaft für das Arbeiten mit Videotechnik so wie auch das Leben in der Komune etwas anders und spielerisch frei denken zu können begleitet mich je her.

Nach diversen prägenden Jobs und Kursen von sozialer Arbeit bei der Juko Bern wie auch der Verkauf von Skateboards im Radix oder das Ziegen hüten in Südfrankreich, die Sprachschule in Findhorn (GB) entschied ich mich für den Studiengang Film an der F+F.

Während meinem Studium reiste ich nach Tamera (PT) und lernte Till Riester kennen, als Film-team reisten wir unteranderem mit dem Zirkus „Nicole + Martin“ mehrere Monate durch Europa.

2012 machte ich meinen Abschluss Diplom Film „Züri-Glitzert“, eine Omage an den lokalen Kultfilm „Züri Brännt“. In diesem Rahmen organisierte und kuratierte ich auch die mehr wöchige „Züri-Glitzert“ Ausstellung im Up State und einen dazugehörigen Anlass auf dem damals besetzten Koch-Areal.

Seit 2012 arbeite ich Projekt bezogen in der Videocompany als Kameramann, im Filmschnitt, Archivierung und Aufbau.

Ebenfalls habe ich seit her an diversen Schulen Performance und Video-Kurse doziert.

2016 am Act-Performance Festival in Sierre lernte ich Irma Hirsl kennen, sie gab eine Performance und ich filmte die Acts der Studenten. In den nächsten Jahren folgten verschiedene Projekte mit diversen Künstlerinnen, Institutionen aber auch eigene. Ich arbeite am liebsten in den Kulturverankerten Projekten, 2019 ging ich z.B. auf eine Reise nach Kurdistan, um die Kulturen und ihre Lebensformen für die Nachwelt und ihre Erben festzuhalten, da der Ilisu Staudamm errichtet wurde und ein Gebiet in der Grösse der Schweiz überflutet wurde. Seit 2022 betreibe ich zusammen mit Irma Hirsl den Off-Space Unort. Der Wunsch ist es einen Freiraum für die unterschiedlichsten Künstlerinnen und Kultur schaffende zu betreiben der nicht wie üblich masslos monetarisiert wird. Dabei probieren wir auch mit schweren oder widersprüchlichen Ansichten kreativ spielerisch umzugehen.

Ganz nach dem Motto: „Spielen ist Lernen"

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